Bei Dir wurde von einer erfahrenen und anerkannten Stelle ein Asperger-Syndrom diagnostiziert.
Jetzt stehst Du da mit einem Brief in der Hand, auf dem die Diagnose steht.
Und jetzt?
Erst mal, herzlichen Glückwunsch.
Allein schon zu wissen, was genau mit einem los ist, kann sehr hilfreich sein:
- Du kannst Dich anderen besser erklären.
- Du bist erleichtert, weil Du jetzt weißt, dass vieles in Deinem Leben kein Versagen war, sondern auf Deine Andersartigkeit zurückzuführen ist.
- Du kennst Deine Schwächen und vielleicht auch Stärken besser.
Diese erste Phase der Euphorie über die neugewonnene Erkenntnis wird noch eine Weile anhalten.
Vielleicht hast Du aber auch Angst, was jetzt alles auf Dich zu kommt – wirst Du jetzt unter gesetzliche Betreuung gestellt? Kommt ein Amt von sich aus auf Dich zu und bietet Dir Hilfe an? Wo findest Du jetzt überhaupt passende Hilfen und Therapien?
Du wirst anfangen wollen, Deine Lebenssituation zu verbessern, weil Du vielleicht arbeitslos bist, im falschen Beruf gelandet bist, bereits unter Betreuung stehst und diese wieder loswerden möchtest etc.
Wer hilft Dir jetzt dabei?
Nach der Phase der Freude wird Dich die Realität einholen, und die sieht leider meistens so aus:
Wahrscheinlich ändert sich in Deinem Leben erst mal gar nichts.
Niemand fühlt sich für Dich zuständig.
Niemand kennt sich mit Autismus aus.
Was Du tun kannst:
- Du kannst einen Schwerbehindertenausweis beantragen.
- Du kannst Dich an die Agentur für Arbeit wenden und nach speziellen Ansprechpartnern für schwerbehinderte Menschen bzw. Reha-Beratung fragen.
- Du kannst Dich an den Integrationsfachdienst wenden.
- Du kannst Dich nach einer Selbsthilfegruppe umsehen, in der Du Menschen kennenlernen kannst, die in einer ähnlichen Situation sind und die Dir gerne ihre Erfahrungen auf der Suche nach Hilfe berichten.
- Du kannst schauen, ob es ein Autismus-Therapie-Zentrum in Deiner Nähe gibt.
(wird fortgesetzt)



