Viele autistische Menschen, v.a. solche mit einem Asperger-Syndrom, sind in der Lage, ein eigenständiges Leben zu führen und haben Fähigkeiten, die oft sehr speziell oder außergewöhnlich sind. Obwohl viele normal oder hochintelligent sind, über Schul-, Studien- und Berufsabschlüsse verfügen, hervorragende Leistungen erbringen können und sich danach sehnen, etwas zu tun, können autistische Menschen ihre Fähigkeiten oft nicht in der Arbeitswelt vermarkten.
Während es vor bis vor wenigen Jahrzehnten für autistische Menschen noch leichter war, eine berufliche Nische finden, haben sich in der modernen Gesellschaft die Anforderungen an die Fähigkeiten der Beschäftigten in den Bereichen der sozialen Interaktion, Kommunikation und Anpassungsfähigkeit erhöht; nicht mehr fachliche Qualifikationen, sondern „soft skills“, Teamfähigkeit, Mobilität, Flexibilität, Stressresistenz stehen in den Auswahlkriterien an erster Stelle – und das sind genau die Bereiche, in denen autistische Menschen nicht mehr mithalten können und worin ihre „unsichtbare Behinderung“ besteht.
Trotz besonderer Kompetenzen haben die meisten autistischen Menschen große Probleme, einen Job zu finden und zu behalten. Auch Akademiker finden sich zunehmend in der Langzeitarbeitslosigkeit wieder. Berufliche Rehabilitationsmaßnahmen sind häufig in keinster Weise auf autistische Menschen eingestellt.
Bei Menschen im Autismus-Spektrum besteht oft eine große Diskrepanz zwischen einer guten bis hohen Intelligenz, aber andererseits Defiziten in sozialen und alltagspraktischen Fähigkeiten. Dies führt dazu, dass die meisten bestehenden Angebote, z.B. im Bereich der beruflichen Rehabilitation, nicht passen, da sie meistens von gleichen Niveaus in allen drei Bereichen ausgehen. So passiert es häufig, dass Angebote und Maßnahmen autistische Menschen entweder völlig überfordern, weil sie zwar ihren hohen intellektuellen Fähigkeiten angemessen sind, aber gleichzeitig die Defizite im sozialen und praktischen Bereich nicht berücksichtigen, oder sie aber unterfordern, weil nur auf die sozialen und alltagspraktischen Probleme geachtet wird und die Angebote intellektuell weit unter den Fähigkeiten liegen, z.B. in einer Werkstatt für Behinderte (WfB).
Offensichtlich gibt es ein großes Defizit an Erfahrung und Wissen im Umgang mit autistischen Menschen. Es fehlen Jobmöglichkeiten und Arbeitsstellen, in denen Menschen aus dem Autismus-Spektrum auf Verständnis und Unterstützung treffen, damit sie die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeiten einzusetzen.
Es gibt eine Reihe von Projekten, die sich dieser Probleme angenommen haben und versuchen, Menschen im Autismus-Spektrum berufliche Perspektiven zu schaffen.
Vorreiter sind v.a. die skandinavischen Länder wie Dänemark und Schweden, aber vereinzelt sind auch Angebote in der Schweiz und sehr wenige in Deutschland zu finden.
Vorreiter sind v.a. die skandinavischen Länder wie Dänemark und Schweden, aber vereinzelt sind auch Angebote in der Schweiz und sehr wenige in Deutschland zu finden.



