Ein zentrales Thema im Leben von fast allen Menschen im Autismus-Spektrum ist das Thema "Ausbildung, Studium, Beruf, Arbeitsleben". In jedem Treffen der Selbsthilfegruppen taucht dieses Thema auf.
Leider gibt es bisher in unserer Region keine Angebote in diesem Bereich, die auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten von autistischen Menschen zugeschnitten sind. Besondern schwierig ist die Situation für hochqualifizierte Autisten, da z.B. die meisten beruflichen Reha-Angebote auf Menschen mit geringer Qualifikation und praktische Tätigkeiten ausgerichtet sind.
Agentur für Arbeit & Job-Center
Die Arbeitsagentur und das Job-Center haben neben den üblichen Arbeitsvermittlern auch spezielle Angebote (leider bisher nicht für autistische Menschen):
- Reha-Team
Die Eintrittskarte für das Reha-Team ist in der Regel ein Schwerbehindertenausweis. Von den Mitarbeitern kann man sich dann zu allen Angeboten der beruflichen Rehabilitation beraten lassen.
- Hochschul-Team
Die Tübinger Arbeitsagentur verfügt über ein Hochschul-Team, das v.a. für Studierende Beratung anbietet, auch für solche, die ihr Studium abbrechen möchten oder nach Alternativen suchen.
- Akademiker-Beratung
Die Akademiker-Beratung ist auf Menschen mit einem Hochschulabschluss spezialisert. Leider haben Teilnehmer die Erfahrung machen müssen, dass die Mitarbeiter bisher mit den Schwierigkeiten autistischer Menschen wenig anfangen können.
Berufliche Rehabilitation
- Berufliche Rehabilitation für psychisch Kranke - BeRe-PK (IB Reutlingen)
Für psychisch kranke Menschen aus der Region Reutlingen/Tübingen bietet der IB ein achtmonatiges Vollzeit-Programm (8 Stunden pro Tag). Das Team besteht aus einer Sozialpädagogin, einer Ergo- und einer Arbeitstherapeutin. Inzwischen mussten mehrere Teilnehmer unserer Selbsthilfegruppen feststellen, dass die Mitarbeiterinnen leider bisher nur wenig über Autismus wissen und es bisher nicht gelungen ist, einen Teilnehmer erfolgreich auf den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
- Integrationsfachdienst - IfD
Der IfD ist zuständig für die Integration von schwerbehinderten Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt. Laut Website hilft der IfD Schwerbehinderten, ein Stärken- und Fähigkeitenprofil zu entwickeln, geeignete Plätze für Praktika und Arbeitsversuche zu finden, den schwerbehinderten Menschen bei diesen Versuchen zu begleiten und den Arbeitgeber sowie ggfs Kollegen über die Probleme des schwerbehinderten Menschen zu informieren und Lösungsmöglichkeiten zu suchen. In der Praxis sieht das so aus, dass man alle zwei Wochen einen Termin à eine Stunde bei einer Beraterin hat (bei mehreren Teilnehmern war dies nur einmal pro Monat der Fall) und diese sogn. Maßnahme von der Arbeitsagentur/Jobcenter bzw. der Rentenversicherunge nur ein halbes Jahr finanziert wird. Mehrere Teilnehmer der Selbsthilfegruppe fühlten sich von ihren Beratern unverstanden und empfanden die angebotenen Termine als zu wenig.
Beratung
- Beratungsstelle für behinderte und chronisch kranke Studierende (Uni Tübingen)
Die Beratungsstelle steht behinderten und chronisch kranken Studierenden zur Verfügung. Ein sehr netter und engagierter Mitarbeiter hilft den Betroffenen, die Studienbedingungen so zu gestalten, dass das Studium auch mit einer Behinderung erfolgreich bewältigt werden kann.
- Reha-Service-Stellen



